Bei den Deutschen Jugendmeisterschaften im Flossenschwimmen vom 1. bis 3. Mai in Rostock hat der USV Halle ein Ausrufezeichen gesetzt, wie es der Verein in dieser Form noch nie erlebt hat. Mit sieben gestarteten Sportler*innen präsentierte sich das Team nicht nur geschlossen und hochklassig, sondern feierte zugleich den größten Erfolg der Vereinsgeschichte. Am Ende standen 7 Goldmedaillen, 4 Deutsche Vize‑Meistertitel und 3 Bronzemedaillen zu Buche – eine Bilanz, die alle Beteiligten staunen ließ. Gemeinsam mit dem TC Harz zählte Sachsen‑Anhalt damit insgesamt zu den stärksten Bundesländern dieser Deutschen Jugendmeisterschaften.
Besonders im Mittelpunkt stand Paul Gaudig vom USV Halle, der an diesem Wochenende schlicht Außergewöhnliches leistete. Über die Strecken 50 m, 100 m und 200 m BiFins stellte er gleich drei Deutsche Jugendrekorde auf. Mit 20,66 Sekunden über 50 m, 46,13 Sekunden über 100 m und einer weiteren Rekordzeit über 200 m setzte er neue nationale Maßstäbe und unterstrich eindrucksvoll seine nationale Ausnahmestellung in seiner Altersklasse. Das Schwimmen mit BiFins, bei dem die Athlet*innen mit zwei kurzen Flossen an den Füßen in Kraultechnik extrem hohe Geschwindigkeiten erreichen, verlangt neben Kraft und Ausdauer vor allem eine perfekte Technik und Koordination – Tugenden, die Paul in Rostock in Vollendung demonstrierte.
Einen ebenso starken Eindruck hinterließ Jakob Reinicke, der auch nach seinem Erfolg beim Weltcup am letzten Wochenende keinerlei Ermüdungserscheinungen zeigte. Im Gegenteil: Er steigerte seine Leistungen weiter und verbesserte seine Zeiten auf ein konstant hohes Niveau. In einigen Rennen explodierte Jakob förmlich, zeigte enorme Entschlossenheit und Durchsetzungsvermögen und sicherte sich so verdient einen Deutsche Meistertitel über …. Diese Entwicklung unterstreicht nicht nur seine physische Stärke, sondern auch seine mentale Reife und Wettkampfhärte.
Doch der Erfolg des USV Halle war keineswegs allein an einzelne Namen gebunden. Auch die weiteren Sportler*innen des Teams überzeugten mit starken Auftritten, erzielten teilweise deutliche persönliche Bestzeiten und präsentierten sich in ihren Einzelwettkämpfen hochmotiviert, kämpferisch und leistungsstark. Der ausgeprägte Wille, sich auf nationaler Bühne zu behaupten, war in jedem Rennen spürbar und trug entscheidend zum geschlossenen Gesamtergebnis bei.
Der sportliche Höhepunkt folgte zum Abschluss der Titelkämpfe in der 4 × 100‑m‑Staffel. In der Besetzung Jakob Reinicke, Tim Frenzel, Justus Harms und Paul Gaudig entwickelte sich ein packendes Rennen gegen die starken Mannschaften aus Berlin, Erfurt und Leipzig. Als Schlussstarter zeigte Paul Gaudig erneut seine Klasse, machte in einem furiosen letzten Abschnitt rund fünf Sekunden Rückstand wett und schlug als Erster an. Der Deutsche Jugendmeistertitel in der Staffel war der perfekte Schlusspunkt eines ohnehin denkwürdigen Wochenendes.
Für einen besonders emotionalen Moment sorgte schließlich die Verkündung der Nominierungen für die Jugend‑Europameisterschaften. Insgesamt wurden neun Athlet*innen benannt – und mit Paul Gaudig wird auch ein Sportler des USV Halle Deutschland international bei den Europameisterschaften der Jugend in Griechenland vertreten. Jakob Reinicke empfahl sich mit seinen konstant starken Leistungen ebenfalls nachhaltig für die Jugendnationalmannschaft und steht bereits im Austausch mit dem Bundestrainer. Mit noch zwei verbleibenden Jugendjahren besitzt er weiterhin beste Perspektiven für den endgültigen Sprung ins Nationalteam.
Der Trainer des USV Halle zeigte sich nach dem Wettkampf tief bewegt und voller Stolz. Ein Ergebnis dieser Größenordnung habe er nie für möglich gehalten, betonte er. Aktuell stimme einfach alles – Trainingsarbeit, Teamgeist und individuelle Entwicklung. Vor allem aber mache es „verdammt viel Spaß“, dieses Team zu begleiten.
Text & Foto: Jörg Hoffmann